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richard ratka

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Name: Richard Ratka

Geburtstag: 26.11.1963

Verein/ Spielklasse: GWD Minden – 1. BL

Vorige Vereine: HSG Düsseldorf , VFL Gummersbach

Erfolge als Trainer: Aufstieg 1. BL

Richard, du bist Trainer in Minden, trainierst also 1. Männer-Bundesliga. Bist du schon immer Trainer oder hast du auch hochklassig gespielt?

Ich habe 10 Jahre 1. BL gespielt und 71 Länderspiele absolviert.

Wie bist du zum Trainer geworden?

Ich musste aufgrund einer Verletzung meine Karriere beenden und habe mich auf meinen Beruf konzentriert. Ich habe gleichzeitig aber weiter Kontakt zu meiner damaligen Mannschaft gehalten. Dabei habe ich anfangs als Co-Trainer den aktuellen Spielertrainer unterstützt. Daraus ist dann aufgrund einer Neuorientierung der Mannschaft und gleichzeitigem Weggang des Trainers der Einstieg als vollverantwortlicher Trainer geworden. 

Kannst du als Spieler oder Trainer nennenswerte Erfolge verzeichnen? Welche Augenblicke sind dir von deiner handballerischen Karriere besonders in Erinnerung geblieben?

Als Spieler habe ich mit Düsseldorf den IHF-CUP gewonnen, war deutscher Vize-Meister und habe an mehreren Pokalendspielen teilgenommen. Bei der Nationalmannschaft war sicherlich die Teilnahme an den olympischen Spielen 1992 der Höhepunkt.

Hältst du es für sinnvoll, dass große Talente mehr Förderung erhalten als „Kämpfer“?

Jeder Spieler sollte die gleiche Förderung erhalten, denn nur die richtige Kombination aus Talent und Kampfgeist bietet die meisten Chancen auf eine erfolgreiche Karriere.

Wie baust du junge Spieler in dein Team ein? Erhalten sie einen Extra-Status oder werden sie behandelt wie alle anderen auch? Manche Jugendliche können ja noch nicht so gut mit Kritik umgehen wie routinierte Spieler/ Spielerinnen.

Junge Spieler werden von mir genauso behandelt wie jeder andere Spieler. Natürlich brauchen Sie in einigen Situationen mehr Hilfe oder auch mal eine starke Hand. Ich versuche auf jeden Spieler individuell einzugehen und Sie optimal auf die zukünftigen Aufgaben vorzubereiten. Dazu gehört auch die Kritikfähigkeit, denn nur ein Spieler der seine eigenen Fehler einsieht, kann Sie auch beseitigen.

Ist es innerhalb einer Mannschaft schwierig, alle Spieler gleich zu behandeln, sprich: Hat man als Trainer/ Trainerin seine Lieblinge, die man unbewusst etwas bevorzugt?

Ich versuche alle Spieler gleich zu behandeln. Für alle gelten die gleichen Regeln. Aber niemand kann sich davon freisprechen, dass man unbewusst den ein oder anderen etwas bevorzugt. 

Was hältst du von Sonderaufgaben für junge Spieler/ Spielerinnen wie Ballträger oder Bakke/Harz-Wart?

Jede Mannschaft hat seine Traditionen und ein Teil dieser Traditionen sind die genannten Sonderaufgaben. Sie sind auf den ersten Blick unangenehm, aber sie dienen den jungen bzw. neuen Spielern als Einstieg in die Mannschaft. Sie werden durch diese Aufgaben viel schneller ein Teil dieser Mannschaft und zusätzlich lernen Sie ein verantwortungsbewusstes Verhalten innerhalb der Mannschaft.

Hast du schon einmal eine Jugendmannschaft trainiert? Wo liegt der Hauptunterschied zwischen Jugend- und Erwachsenen-Mannschaften? Und zwischen Männer- und Frauen-Teams?

Ich habe bis jetzt nur männliche Senioren-Mannschaften trainiert und kann deshalb nur wenig zu dieser Frage sagen.

Bist du als Trainer manchmal genervt von der eigenen Mannschaft, den Gegnern, den Schiedsrichtern oder dem Publikum? Wie gehst du mit solchen Situationen um?

Natürlich ist der Stress manchmal sehr groß und man ist unzufrieden mit der aktuellen Situation. Dann sollte man sich immer daran erinnern, dass es nur eine Momentaufnahme ist und direkt anfangen sich mit der Ursache und Lösung der Probleme zu beschäftigen.

Was würdest du versuchen, an Jugendspielern zu spezialisieren? Eher die Dynamik trainieren oder die Ausdauer, Kraft? Welche speziellen (1:1-)Bewegungen?

Diese Frage kann man so einfach nicht beantworten. Alle genannten Eigenschaften werden benötigt und bauen aufeinander auf. Die technischen Fähigkeiten sollten möglichst vielfältig sein und man sollte möglicht viele technische Varianten trainieren.

Unter welchem Motto lässt du dein Team trainieren und unter welchem Motto würdest du Jugendmannschaften trainieren lassen?

Die mannschaftliche Geschlossenheit spielt bei uns eine große Rolle, denn nur innerhalb einer Mannschaft kann ein Spieler seine individuellen Stärken optimal einsetzen. Gleichzeitig muss man sich auf das Training freuen und mit Spaß und Freude trainieren.

Was würdest du jugendlichen Handballern/ Handballerinnen raten? 

Nie die Freude und den Spaß am Handballspielen zu verlieren.